Eingeleitet wurde diese schlimme Entwicklung durch die rigide napoleonische Wirtschaftspolitik mit ihrer Exportdrosselung. Zusätzlich war nach 1830 eine übermächtige Konkurrenz an der Ruhr und auch im Siegerland entstanden. So vollzog sich dann unaufhaltsam der Niedergang des alten, auf Kleinbetrieben fußenden Eisengewerbes, welches lange Jahre eine große Anzahl Bewohner unseres Kreises beschäftigt und ernährt hatte.
 

Erschwerend wirkten sich weiter Missernten und Einquartierungen aus, die zu Beginn des Jahrhunderts die ohnehin nicht großen Vorräte vollends aufbrauchten und die Menschen hungern ließen. Zu einer Modernisierung des oberbergischen Eisengewerbes fehlten nicht nur Kohle, Eisenbahnen und Kapital, sondern auch ausreichende Vorräte an abbauwürdigen Eisenerzen. Der Landwirtschaft schließlich fiel es wegen der inzwischen auf einem Höhepunkt angelangen Besitzzersplitterung äußerst schwer, sich rechtzeitig von ihren überholten Betriebsformen und Arbeitstechniken zu lösen. Es war daher einfach nicht möglich, die erforderliche Produktivität und Rentabilität zu erreichen, die dringend notwendig gewesen wäre.

Die fortschreitende Verschlechterung der Lebensgrundlagen in unserer Heimat und die kleinen bis sehr kleinen Grundstücke, die durch Erbteilung immer winziger wurden, konnten die Familien nicht mehr ernähren. Daher war eine beträchtliche Zahl von Leuten zur Wanderarbeit (Halbjahresarbeit) als Maurer, Zimmerer oder Schmiede, später auch als Pflasterer oder als weibliche Dienstboten gezwungen. Bevorzugte Ziele waren die Städte an Rhein und Ruhr.

Ganz hart wurde es nach 1840. Die gewerbliche Wirtschaft lag zu diesem Zeitpunkt völlig darnieder, die Aggertaler Textilbetriebe entstanden erst, und die Verschuldung der Kleinbauern hatte Überhand genommen. In dieser wirklich schwierigen Situation kam es zu einer verstärkten Abwanderung von verarmten Landwirten und arbeitslosen Handwerkern. Hier waren es vor allem die industriereichen, im raschen Wachstum begriffenen Städte Lüdenscheid, Hagen, Barmen, Elberfeld, Düsseldorf, Remscheid und Köln, die die Abwanderer aufnahmen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wanderten aus dem Homburgischen etwa 10.000 Menschen ab, aus dem Schwarzenbergischen noch einmal je 6.000 bis 8.000. In den Homburgischen Gemeinden hielten sich dann aber mehr als 15 Jahre lang (1875 - 1890) Abwanderung und Geburtenüberschuss die Waage.
 

Ein Indiz zumindest für einen allmählichenen Aufschwung findet sich unter anderem in einem 1879 erschienenen Vierteljahresbericht des Wiehler Bürgermeisters: 

„Im Besonderen erlaube ich mir mit Bezug auf die Hohe Cirkulairverfügung vom 16. April c gehorsamst zu berichten, dass in meinem Amtsbezirke sich keine Brennereien mehr befinden. Dagegen findet der Branntweingenuß namentlich in der Schulgemeinde Marienhagen in einem starken Umfange statt, was aus der Beschäftigung der meisten jungen Leute als Pflasterer und Maurer entsteht.

Im Dorfe Marienhagen sind allein 6 Wirtschaften, die weit über das Bedürfnis gehen, ich würde es freudig begrüßen, wenn die propretierte Gesetzgebung Mittel böte, dieselben theilweise zu unterdrücken. Daß auswärtige Brennereien Ladungen ihres Fabrikates hinter sich her führen und Hausirhandel damit treiben, habe ich seither nicht wahrgenommen, event. würde ich strengstens dagegen einschreiten.“

Besied-lung

Die Anfänge der Besiedlung

Ensels-kamp

Das ehemalige Gut Enselskamp

Gründung

Gründung und Lage des Ortes

17. Jh

Unser Ort im 17. Jahrhundert

18. Jh

Unser Ort im 18. Jahrhundert

19. Jh

Unser Ort im 19. Jahrhundert

20. Jh

Unser Ort im 20. Jahrhundert

Franzosen-zeit

Unser Ort in der Franzosenzeit

Weltkrieg

Unser Ort im 2. Weltkrieg

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Unser Ort in der Nachkriegszeit

Jahr-märkte

Die Jahrmärkte von Marienhagen

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Das Schulwesen in Marienhagen

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Der historische Ortskern

Gewerbe

Entwicklung des Gewerbegebietes

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Der alte Scherbusch - die Bürgerinitiative

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Die 600, 650 und 675 Jahrfeiern in Marienhagen

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