02.05.2009 Nach mehrwöchiger Restaurierung wurde die Marienhagener Kanone wieder an ihrem angestammten Platz vor dem Gasthaus zum Löwen aufgestellt. Vor allem die Lafette war witterungsbedingt in die Jahre gekommen und daher war eine Erneuerung zur Erhaltung des Wahrzeichens notwendig geworden.

 

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Lars Altmann - Dieter Altmann - Joachim Tellesch - Klaus Schaffranek

Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins unter der Leitung von Lars Altmann hatten sich der Aufgabe angenommen und eine neue, haltbare Eichenkonstruktion erstellt. Die für die preußischen Truppen übliche blaue Farbe wurde aufgetragen und die Lafette wieder zusammengebaut. Im Rahmen eines gemütlichen Grillabends wurde die Restaurierung der Kanone dann gebührend gefeiert, auch wenn kein Schuss abgegeben wurde.

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Neues Eichenholz für die Kanonenlafette

 

 

 
 
kanone_festgeschuetz1k"In meiner Jugendzeit habe ich des öfteren meinen Vater auf geschäftlichen Gängen begleitet, die zuweilen auch nach Marienhagen führten, wo ich stets einen besonderen Zug zu der neben dem Gasthof "Zum Löwen" stehenden alten im Kriege 1870/71 erbeuteten französischen Kanone hatte. Damals, im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, war die Kanone noch vollständig mit Lafette usw. und wurde von mir sehr bewundert.
 
Es war in den Zeiten des Burenkrieges und des russisch-japanischen Krieges, und ich, schon damals ein eifriger Zeitungsleser, malte mir im Geiste aus, in den lebhaftesten Farben natürlich, wie diese Kanone von den deutschen Soldaten im deutsch-französischen Kriege erorbert worden war.
 
 
 
Natürlich war ich auch neugierig, wie nun diese Kanone nach Marienhagen gekommen ist. Der alte Dresbach, Gastwirt und Fleischbeschauer, Besitzer des Gasthofs "Zum Löwen" und Schwiegevater des jetzigen Löwenwirts Küper, hjat die Historie oft genug erzählt, in der sein Vater, also der Urgroßvater des auf der Kanone sitzenden kleinen Mannes, die Hauptrolle gespielt hat.
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Der alte Dresbach hatte den Gedanken, die kurz nach dem Kriege aufkommenden Sedansfeste, die auch im oberbergischen Land mit großer Begeisterung gefeiert wurden, statt mit Böllerschüssen mit richtigem Kanonendonner, und zwar aus einem erbeuteten französischen Geschütz, anzukündigen. Da er mit der Feder nicht so recht vertraut war, beauftragte er einen Obersekundaner, der mit seinem Sohne und Nachfolger befreundet war und des öfteren in Ferien in Marienhagen weilte, ein Immediatgesuch an Se. Majestät den Kaiser aufzusetzen. In diesem ließ er den Kaiser bitten, ihm eine erbeutete französische Kanone zu schenken, aus der am Sedantag geschossen werden solle. Das Gesuch wurde abgeschickt und nach einigen Wochen lief tatsächlich die Nachricht aus Berlin ein, dass ihm entsprochen worden sei.
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Das Artilleriedepot in Köln sei angewiesen, dem Petenten die gewünschte Kanone kostenlos zu verabfolgen. Der freudig erregte und ob seines Erfolges mit Recht stolze Löwenwirt sorgte schleunigst für ein starkes Gespann, das nach Köln geschickt wurde und die Kanone abholte und richtig in der Heimat ablieferte.
 
 
Sie erregte bei vielen Leuten, die noch nie eine Kanone gesehen hatten, große Bewunderung und brahte dem Löwenwirt manche Kundschaft zu. Ihren Zweck am Sedanstag richtiggehenden Kanonendonner rollen zu lassen, erfüllte sie vollauf. In jener Zeit hatte der Denklinger Kriegerverein, zu dem auch die ehemaligen Soldaten aus dem Kirchspiel Marienhagen gehörten, beschlossen, das Sedanfest reihum bei den einzelnen Gastwirten zu feiern, um so das Sedanfest auf der Höhe zu hatlen. In der Mitt der siebziger Jahre war nun die Reihe an Denklingen, da aber die Kanone anderthalb bis zwei Stunden entfernt stand und auf den schlechten Waldwegen wohl kaum nach Denklingen gebracht werden konnte, wollte man sich dort mit Böllerschüssen begnügen.
 
 
 
Als man aber am Vorabend des Festes damit beginnen wollte, waren die Böller verschwunden und sie sind bis jetzt noch nicht wiedergefunden worden. Es ist damals in den politisch sehr erregten Zeiten des Kulturkampfes vielleicht nicht mit Unrecht vermutet worden, dass sie ein erbitterte Ultramontaner auf die Seite geschafft hat.
 
 
Spät abends wurde dem Löwenwirt das Verschwinden der Böller bekannt. Sofort trommelte er einige handfeste junge Leute zusammen, requirierte einige kräftige Gäule, spannte sie vor die Kanone und zog nach Denklingen, wo nach einem beschwerlichen Marsch die Kanone unversehr ankam und schon in aller Frühe die Bewohner des Festortes mit ihrem Donner begrüßte und nicht wenig dazu beitrug, dass gerade dieses Sedanfest in besonderer Erinnerung blieb."
 
D.D.

 

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Die alte Kanone, die sich vor dem Gasthof zum Löwen befindet, ist ca. seit dem Jahre 1880 in Marienhagen beheimatet. Der Gastwirt Dresbach hatte einst den Gedanken, die kurz nach dem Kriege von 1870/71 aufkommenden Sedanfeste, die auch im Oberbergischen mit großer Begeisterung gefeiert wurden, statt mit Böllerschüssen mit richtigem Kanonendonner anzukündigen. Er ließ ein Gesuch an Seine Majestät aufsetzen, in dem er den Kaiser bat, ihm eine erbeutete französische Kanone zu schenken, aus der am Sedanstag geschossen werden solle. Das Gesuch wurde abgeschickt und nach einigen Wochen lief tatsächlich die Nachricht ein, dass ihm entsprochen worden sei. 

 

Technisch handelt es sich um einen preußischen 6-Pfünder, System Gribeauval um 1776. das Geschützrohr besteht aus Schmiedeeisen. das Richten geschah durch Einschieben eines Richtkeils. die Pulverladung befand sich in einem leinernen Beutel, der einfach mit dem Ansetzer in das Rohr geschoben wurde. Als nächstes folgte eine Hölzerne Scheibe, die auf der kugelzugewandten Seite entsprechend ausgehöhlt war. Diese Scheibe hieß auch "Spiegel" und sorgte für eine möglichst gute Abdichtung. Darauf wurde die Kugel gesetzt.

 

Mit einer glimmenden Lunte wurde das zuvor in das Zündloch geschüttete lose Pulver entzündet. Nach jedem Schuss wurde das Rohr mit dem Wischer, der zu diesemn Zweck in einen Wassereimer getaucht wurde, feucht ausgewischt.

 

Das Rohrkaliber betruch 9,42cm, das Geschoßgewicht 2,8 kg. Das Geschütz wurde von einem Feuerwerker bedient und hatte bis zu 12 Mann Bedienung. In der Minute konnten 2 - 3 Schuß abgegeben werden. Die Reichtweite betrug bei 45° Einstellung 1200 m.

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Kanone kurz nach dem 2. Weltkrieg

 

Auf dem oberen Bild ist die Kanone ohne Räder. Im Krieg wurde die Kanone vergraben, damit sie nicht als Kugel für den Feind in einem Schmelzofen endete. nach dem Krieg waren die Holzteile natürlich verrottet.

 

 

Nachdem 1960 die Kanone wieder zusammengebaut wurde, war eine Renovierung 1996 dringend notwendig geworden. Diese hielt dann einige Jahre. Anfang 2007 wurde die Kanone durch die Familie Küper an den Heimat- und Verschönerungsverein Marienhagen/Pergenroth übereignet.

 

2009 bekam die Kanone eine neue Lafette. Nach mehrwöchiger Restaurierung wurde die Marienhagener Kanone wieder an ihrem angestammten Platz vor dem Gasthaus zum Löwen aufgestellt. Vor allem die Lafette war witterungsbedingt in die Jahre gekommen und daher war eine Erneuerung zur Erhaltung des Wahrzeichens notwendig geworden.

 

Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins hatten sich der Aufgabe angenommen und eine neue, haltbare Eichenkonstruktion erstellt. Die für die preußischen Truppen übliche blaue Farbe wurde aufgetragen und die Lafette wieder zusammengebaut. Im Rahmen eines gemütlichen Grillabends wurde die Restaurierung der Kanone dann gebührend gefeiert, auch wenn kein Schuss abgegeben wurde.

 

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